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Journalismus

BEITRÄGE
Einige Beiträge von deutschen, russischen, amerikanischen usw. MedienrepräsentantInnen, ForscherInnen über Journalistik, Massenmedien, Pressefreiheit und Journalismus überhaupt.

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2002 - © Universität Karlsruhe

Reportage und Feature: Die Definition

Reportage: „. . . ein aus der unmittelbaren Situation gegebener, die Atmosphäre einbeziehender, meist kurzer Augenzeugenbericht eines Ereignisses. Die R. ist eine verhältnismäßig neue literar. Gattung; nach einigen Vorläufern setzt sie Ende des 19. Jh.s zusammen mit dem modernen Journalismus ein . . .“

Feature: „. . . Bericht, der die wesentlichen Punkte eines Sachverhalts skizziert. Im Zeitungswesen geschieht dies durch die Stilmittel der Reportage, doch geht das F. durch Erläuterung und Aufhellung der Hintergründe über die Reportage hinaus . . .“

Zitiert nach: Meyers Enzyklopädisches Lexikon

Reportage: Die Definition – Teil 2

  • Die Reportage will den Leser nicht nur informieren,
    sondern ihm Erfahrungen vermitteln, die er auf Grund
    sozialer oder räumlicher Barrieren nicht selbst machen
    kann oder will.
  • Sie beschreibt das Erleben eines oder mehrerer Ereignisse, die der Reporter in einen Zusammenhang miteinander stellt.
  • Der Autor war Zeuge und erzählt das Geschehen aus seiner Sicht so anschaulich wie möglich und so berichtend wie nötig.
  • Nach einer immer wieder neu zu findenden Dramaturgie beleuchtet die Reportage die Handlungen von mindestens einer (Porträt) oder mehrerer Hauptpersonen aus verschiedenen Perspektiven.

Feature/Hintergrund: Die Definition – Teil 3

  • In unterschiedlichen Häusern gibt es unterschiedliche Definitionen.
  • -> Beispiel FAZ: der Begriff Feature ist bei uns nicht üblich.
  • -> Beispiel dpa: ein Feature ist nicht an einen aktuellen Anlass gebunden und
    mit lockerer Feder geschrieben; bei der Reportage werden unmittelbare und
    persönliche Eindrücke in großer Zahl mitverarbeitet.
  • Meine „Abgrenzung“ am Beispiel eines schweren Unfalls:
    -> Reportage: Sie beschreibt aus dem Blickwinkel des Reporters die Szenerie am Unfallort.
    -> Feature: Es greift den Unfall auf, z.B. als Einstieg, analysiert aber darüber hinaus die Situation an Hand von Statistiken, Einschätzungen von Fachleuten usw.
  • Der Begriff „Hintergrund“ wird in diesem Zusammenhang
    ebenfalls häufig als Beschreibung einer
    Darstellungsform angewendet.

Reportage: Die Anforderungen

  • Reportagen sollen Atmosphärisches vermitteln und
    gleichzeitig Informationen transportieren
  • Reportagen sollen unterhalten und informieren zugleich.
  • Handlungen und Erlebnisse, die um einen nachrichtlichen Kern herum gruppiert werden, sind die wichtigsten Elemente einer Reportage.
  • „Farbige“ Schreibe alleine ist noch nicht alles: Reportagen leben auch vom Wechsel unterschiedlicher Betrachtungsweisen.
  • Ein „roter Faden“, der sich durch die Reportage zieht, ist für Leser und Schreiber (!!!) eine Hilfe.

Reportage: Ein Exkurs

Was ist Unterhaltung im Journalismus?

Dieser Frage ist die Bundeszentrale für politische Bildung bei einem Seminar im Lokaljournalistenprogramm im Jahr 1990 nachgegangen.

Der Schriftsteller Walter Kempowski (u.a. „Tadellöser & Wolff“) hat dabei eine sogenannte „Prosaformel“ entwickelt. Im Projektteam Lokaljournalisten ist daraus eine Textformel für Journalisten entwickelt worden.

Reportage: Ein Exkurs – Die Text-Formel

1) Vor Ort Erlebnisse sammeln (Bilder)

2) Stärkstes Bild zum Einstieg machen und als roten Faden nutzen.

3) Fakten- Recherche; vor Ort, aber auch per Telefon und/oder im Archiv.

4) Bilder, Erlebnisse und Fakten im spannenden Wechsel mischen.

5) Bilder und Fakten handschriftlich aufbereiten (= verständlich)

Reportage: Die Checkliste – Teil 1
  • Schritt 1:
    Das Thema eingrenzen.
  • Schritt 2:
    Das Ziel beschreiben.
  • Schritt 3:
    Sich fragen, welche Informationen sollen vermittelt werden?
  • Schritt 4:
    Klären, wo und wie „Erlebnisse“ und „Handlungen“ gesammelt werden?
  • Schritt 5:
    Prüfen, was vor dem „auf Reportage gehen“ recherchiert werden muss!
Reportage: Die Checkliste – Teil 2
  • Schritt 1:
    Sich über Stil und Art der Reportage klar werden!
  • Schritt 2:
    Klären, was der „rote Faden“ sein könnte!
  • Schritt 3:
    Klären, welche „Wechsel“-Möglichkeiten es gibt!

  • Schritt 4:
    Klären, wie lange die Reportage werden kann oder soll!
  • Schritt 5:
    Klären, welche Ergänzungen es zur Reportage gibt!
    (-> TIPP: Bilder, Grafiken, Tabellen, Info-Service-Kasten usw.)

Quelle:
http://www.uni-karlsruhe.de/~ea18/journalismus/messner/Reportage2.doc.