BEITRÄGE
Einige Beiträge von deutschen, russischen, amerikanischen usw. MedienrepräsentantInnen, ForscherInnen über Journalistik, Massenmedien, Pressefreiheit und Journalismus überhaupt.
Reportage und Feature: Die Definition
Reportage: „. . . ein aus der unmittelbaren
Situation gegebener, die Atmosphäre einbeziehender, meist kurzer Augenzeugenbericht
eines Ereignisses. Die R. ist eine verhältnismäßig neue literar. Gattung;
nach einigen Vorläufern setzt sie Ende des 19. Jh.s zusammen mit dem modernen
Journalismus ein . . .“
Feature: „. . . Bericht, der die wesentlichen
Punkte eines Sachverhalts skizziert. Im Zeitungswesen geschieht dies durch
die Stilmittel der Reportage, doch geht das F. durch Erläuterung und Aufhellung
der Hintergründe über die Reportage hinaus . . .“
Zitiert nach: Meyers Enzyklopädisches
Lexikon
Reportage: Die Definition – Teil 2
- Die Reportage will den Leser nicht nur informieren,
sondern ihm Erfahrungen vermitteln, die er auf Grund
sozialer oder räumlicher Barrieren nicht selbst machen
kann oder will.
- Sie beschreibt das Erleben eines oder mehrerer Ereignisse, die der
Reporter in einen Zusammenhang miteinander stellt.
- Der Autor war Zeuge und erzählt das Geschehen aus seiner Sicht so
anschaulich wie möglich und so berichtend wie nötig.
- Nach einer immer wieder neu zu findenden Dramaturgie beleuchtet die
Reportage die Handlungen von mindestens einer (Porträt) oder mehrerer
Hauptpersonen aus verschiedenen Perspektiven.
Feature/Hintergrund: Die Definition – Teil 3
- In unterschiedlichen Häusern gibt es unterschiedliche Definitionen.
- -> Beispiel FAZ: der Begriff Feature ist bei uns nicht üblich.
- -> Beispiel dpa: ein Feature ist nicht an einen aktuellen Anlass
gebunden und
mit lockerer Feder geschrieben; bei der Reportage werden unmittelbare
und
persönliche Eindrücke in großer Zahl mitverarbeitet.
- Meine „Abgrenzung“ am Beispiel eines schweren Unfalls:
-> Reportage: Sie beschreibt aus dem Blickwinkel des Reporters die
Szenerie am Unfallort.
-> Feature: Es greift den Unfall auf, z.B. als Einstieg, analysiert
aber darüber hinaus die Situation an Hand von Statistiken, Einschätzungen
von Fachleuten usw.
- Der Begriff „Hintergrund“ wird in diesem Zusammenhang
ebenfalls häufig als Beschreibung einer
Darstellungsform angewendet.
Reportage: Die Anforderungen
- Reportagen sollen Atmosphärisches vermitteln und
gleichzeitig Informationen transportieren
- Reportagen sollen unterhalten und informieren zugleich.
- Handlungen und Erlebnisse, die um einen nachrichtlichen Kern herum
gruppiert werden, sind die wichtigsten Elemente einer Reportage.
- „Farbige“ Schreibe alleine ist noch nicht alles: Reportagen leben
auch vom Wechsel unterschiedlicher Betrachtungsweisen.
- Ein „roter Faden“, der sich durch die Reportage zieht, ist für Leser
und Schreiber (!!!) eine Hilfe.
Reportage: Ein Exkurs
Was ist Unterhaltung im Journalismus?
Dieser Frage ist die Bundeszentrale für politische Bildung bei einem
Seminar im Lokaljournalistenprogramm im Jahr 1990 nachgegangen.
Der Schriftsteller Walter Kempowski (u.a. „Tadellöser & Wolff“) hat
dabei eine sogenannte „Prosaformel“ entwickelt. Im Projektteam Lokaljournalisten
ist daraus eine Textformel für Journalisten entwickelt worden.
Reportage: Ein Exkurs – Die Text-Formel
1) Vor Ort Erlebnisse sammeln (Bilder)
2) Stärkstes Bild zum Einstieg machen und als roten Faden nutzen.
3) Fakten- Recherche; vor Ort, aber auch per Telefon und/oder im Archiv.
4) Bilder, Erlebnisse und Fakten im spannenden Wechsel mischen.
5) Bilder und Fakten handschriftlich aufbereiten (= verständlich)
Reportage: Die Checkliste – Teil 1
- Schritt 1:
Das Thema eingrenzen.
- Schritt 2:
Das Ziel beschreiben.
- Schritt 3:
Sich fragen, welche Informationen sollen vermittelt werden?
- Schritt 4:
Klären, wo und wie „Erlebnisse“ und „Handlungen“ gesammelt werden?
- Schritt 5:
Prüfen, was vor dem „auf Reportage gehen“ recherchiert werden muss!
Reportage: Die Checkliste – Teil 2
- Schritt 1:
Sich über Stil und Art der Reportage klar werden!
- Schritt 2:
Klären, was der „rote Faden“ sein könnte!
- Schritt 3:
Klären, welche „Wechsel“-Möglichkeiten es gibt!
Schritt 4:
Klären, wie lange die Reportage werden kann oder soll!
- Schritt 5:
Klären, welche Ergänzungen es zur Reportage gibt!
(-> TIPP: Bilder, Grafiken, Tabellen, Info-Service-Kasten usw.)
Quelle:
http://www.uni-karlsruhe.de/~ea18/journalismus/messner/Reportage2.doc.
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