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NOCH MEHR?.. Bunte Mischung wissenswerter Informationen; interessante Linkverzeichnisse usw. Weltfeind Nummer Eins?Biografie von Osama bin Laden"Zum Attentat vom 11.9.2001 in den USA ist
zu beobachten, dass der Ruf nach Rache die Stimme der Besonnenheit übertönt. Die Jugendjahre bis zum Zusammenbruch der sowjetischen Invasion in AfghanistanDie Kindheit und das Elternhaus
Geboren wird Osama bin Laden 1957 in Saudi-Arabien als Sohn einer syrischen Mutter und eines jemenitischen Vaters. Osama ist der siebte Sohn von Muhammad Awad bin Laden, insgesamt hat die muslimische Großfamilie 50 Kinder. Der Vater Muhammad Awad war um 1930 aus dem
südjemenitischen Hadramout in das Königreich Saudi-Arabien gekommen
und verdingte sich dort zunächst als Gepäckträger in Jiddah
und gründete irgendwann später ein Baugeschäft. Sein Aufstieg
zum der Schätzung nach 50fachen Dollarmilliardär verdankt der
bin Laden Familien-Clan engen Verbindungen bereits des Vaters zum Königshof
von Ibn Saud. Der Aufstieg begann, als bin Laden königliche Paläste
weit unter den niedrigsten Geboten seiner Wettbewerber zu erstellen began,
und fanden ihre 'Zementierung', als seine Firma 1964 zum exklusiven
Auftragnehmer aller öffentlichen Bauaufträge per königlichem
Dekret bestimmt wurde. Die Beziehungen des Vaters Muhammad Awad bin Laden zum engsten Kreis der Königsfamilie halfen vermutlich, in den Anfang der 60er Jahre ausgebrochenen Konflikt zwischen dem seit 1953 regierenden Ibn Abd Al Asis Saud und dessen Bruder Faisal vermittelnd einzugreifen und 1964 den Sturz des Regenten durch Faisal unblutig verlaufen zu lassen. Der gestürzte Regent hatte den Staatsbankrott Saudi-Arabiens herbeigeführt gehabt, und es war bin Laden, der die Gehälter der Staatsbediensteten des Landes sechs Monate lang vorstreckte. Als Dank erhielt er fortan, wie erwähnt, sämtliche öffentlichen Bauaufträge im Lande, so 1969 den Wiederaufbau der durch eine Feuersbrunst zerstörten Al-Aqsa Moschee in Mekka. Den Mord an Faisal von 1975 erlebte der strenge und dominante aber auch in muslimischer Tradition großzügige Vater bin Laden nicht mehr, er starb 1970. Osama bin Laden war zu der Zeit 13 Jahre alt. Die Jugendjahre bis zum Zusammenbruch der sowjetischen Invasion in AfghanistanDie StudienzeitDer früh zu Selbständigkeit, Selbstbewusstsein und Religiosität erzogene Osama heiratete 1974 im Alter von 17 Jahren ein syrisches entfernt verwandtes Mädchen und studierte Verwaltungswissenschaften in Jiddah, wo er 1981 an der König-Abdul-Aziz-Universität sein Abschlussdiplom erhielt. Die von Osama persönlich bereisten Länder gehören ausschließlich zur arabisch-islamischen Welt, ihm nachgesagte Reisen in die Schweiz, auf die Philippinen oder nach London entbehren jeder Grundlage. Schon der Vater bin Laden gewährte während des 'Hajj', der 'Großen Pilgerfahrt' eines Muslim nach Mekka als 'Fünfte Säule' beziehungsweise Pflichtteil des praktizierten Islam, Hunderten von Pilgern aus aller Welt, insbesondere einflussreichen islamischen Geistlichen und Gelehrten, als Gastgeber Unterkunft und Betreuung. Diese Tradition wurde von den älteren Brüdern Osamas konsequent fortgesetzt, so dass er stets von außergewöhnlichen multinationalen Vertretern seines Glaubens umgeben war. Wie viele seiner Zeitgenossen folgte auch Osama einem Trend der 70er Jahre und trat der Organisation der Muslimischen Bruderschaft bei, der 'Muslim Brotherhood', was aus heutiger Sicht weniger bedeutend erscheint, aber seine erstklassigen Kontakte auch außerhalb islamischer Kernländer erklären hilft. An der Universität von Jiddah hatte Osama dagegen zwei sehr einflussreiche Lehrer: den Islamwissenschaftler Abdullah Azzam, der später in Afghanistan eine bedeutende Rolle spielen sollte, und den berühmten islamischen Philosophen und Schriftsteller Mohammad Quttub. Widerstand gegen die UdSSR in Afghanistan1982 schließlich entschloss sich Osama bin Laden, erstmals auch direkt nach Afghanistan hinein zu gehen. Er brachte eine größere Zahl von Baumaschinen wie dringend zur Abwehrlogistik benötigte Bulldozer und ähnliches Gerät ins Land. Und schließlich etablierte er 1984 in Peshawar das 'Baiul´ansar' genannte Gasthaus, das fortan erste Anlaufstelle für nach Afghanistan eindringende Freiheitskämpfer war. Zeitgleich baute der Widerstandskämpfer und Freund Osama bin Ladens, Abdullah Azzam, dort das Service-Büro für den 'Jihad', den 'Heiligen Krieg' gegen die UdSSR auf, das sehr aktiv war im Nachrichten- und Public-Relations-Bereich. Nach und nach erreichten diese beiden vom Westen sehr begrüßten Akteure des Widerstands gegen die UdSSR eine Verstärkung des Zustroms Freiwilliger aus allen arabischen Ländern der Welt nach Afghanistan. Wenn Oslama bin Laden während dieser Zeit selbst in Kämpfe verwickelt gewesen sein sollte, so geschah dies sicherlich eher zufällig als geplant. Erst 1986 entschied sich Osama, innerhalb Afghanistans eigene Widerstands-Camps aufzubauen und zu unterhalten, und bis 1988 entstanden mehr als sechs von ihnen, wobei einige mehrfach verlegt werden mussten. Er begann nun in Afghanistan seinen 'eigenen' Krieg, mit von ihm bestimmten und geführten Gefechten und auch größeren Schlachten. Die militärische Leitung vieler seiner Operationen lag wohl in den Händen von syrischen und ägyptischen Veteranen und Militärexperten. Das erste größere Gefecht dieser Art mit den Sowjets war die Schlacht bei Jaji in der Provinz Baktia, 200 km von Khost entfernt. Von 1984 bis 1989 führte Osama Hunderte kleinerer und mindestens fünf größere Gefechte an oder war an solchen beteiligt. Er verbrachte in diesen Jahren den überwiegenden Teil seiner Zeit in Afghanistan, mit Heimataufenthalten in Saudi-Arabien von zusammen genommen höchstens vier Monaten pro Jahr. Zur aktuellen Begriffswelt der MedienEs gibt an dieser Stelle Einiges aus der nicht nur islamischen Begriffswelt ins rechte Licht zu rücken, was bei den 'üblichen' Massenmedien nicht unbedingt deutlich oder gar irreführend dargestellt wird. Wenn von 'Jihad' die Rede ist, so ist nicht gleichzeitig damit ein 'Heiliger Krieg' gemeint. Mit diesem Begriff ist zunächst einmal nur das 'Sichbemühen auf dem rechten Weg' zu verstehen, das allerdings auch die Verteidigung des Islam mit der Waffe beinhaltet. Naturgemäß ist im 'Jihad' in radikal-islamischen Kreisen, wie im Islamismus an sich, ein Motivationszentrum des Handelns zu sehen. Es wird immer wieder kolportiert, bin Laden hätte den USA ab Ende der achtziger Jahre bis heute, sicherlich um 1998 herum mehrfach 'den Krieg erklärt'. Dem dürfte SO nicht sein. Vielmehr hat Osama bin Laden, der inzwischen zu einer islamisch-religiösen Kompetenz geworden war, sicherlich mehrfach eine 'Fatwah' gegen die USA ausgesprochen. Eine solche 'Fatwah' ('Fatwa', 'Fatwaa') ist zunächst einmal ein islamisch-reliöses Rechtsgutachten, das nicht unbedingt gleich für alle, für radikal-islamische Muslime allerdings sehr wohl als bindend anzusehen ist, und das stets die Aufforderung zum Handeln impliziert. Der westlichen Welt wurde die Konsequenz einer solchen 'Fatwah' z.B. 1989 bewusst, als der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini eine solche gegen den Autor der 'Satanischen Verse', Salman Rushdie, ausgesprochen und ihn damit für vogelfrei erklärt hatte, was nicht ein 'Todesurteil' in dem uns gewohnten Sinne, diesem de facto jedoch gleich zu setzen war, weil es von einem radikalen Muslim nicht anders aufgefasst werden konnte. Dass nun so ein 'unbedeutender Rebell' aus Afghanistan heraus die so mächtige USA für 'vogelfrei' erklärt haben soll, machte im Westen vor dem 11.9.2001 wohl Niemanden so recht nervös - Rushdie lebt ja schließlich auch noch. 'Der größte Terrorakt der Geschichte'? - Da stockt dem Chronisten der Atem. Die größten Terror-Aktionen der Weltgeschichte waren ja doch wohl eher die Atombombenattentate der USA auf die japanische Zivilbevölkerung 1945, der systematische britisch-amerikanische Bombenterror gegen die deutsche Zivilbevölkerung, der Genozid der Deutschen an Juden und anderem 'unwerten Leben' während des Zweiten Weltkrieges, die Ausrottung der nordamerikanischen Ureinwohner durch die USA, die durch die Portugiesen ab etwa 1483 eingeleitete und die Briten in großem Stil bis ins 19. Jhdt. hinein organisierte Verschleppung und Versklavung ganzer meist westafrikanischer Volksgruppen nach Mittel- und Nordamerika, und, und, und... eine beliebig lange Liste ließe sich hier erstellen. Was nicht heißen soll, daß der Terror vom 11.9.2001 jetzt kleingeredet werden soll. Leider wächst die Größe der Worte proportional mit der vermeintlichen Größe eines Politikers. Angriff auf die 'zivilisierte' Welt? Was hat das Attentat mit 'der Zivilisation' zu tun? Die angegriffen Objekte waren Inbegriff von militärischer und monetärer MACHT des WESTENS, insbesondere der USA. Nun mag man gerne annehmen, dass die Angriffe von bis dahin vermeintlich OHN-MÄCHTIGEN geführt worden sein könten. Ja, ARM zu sein ist gleichbedeutend mit MACHTLOS zu sein. Was wäre aber, wenn sich herausstellen würde, dass die Drahtzieher hinter dem Ganzen schlicht 'zivilisierte' Börsenspekulanten wären (ich empfehle hierzu, den Aktienkurs der Münchner Rückversicherungs AG um den 11.9.2001 herum zu analysieren), welche hoch erfreut die Selbstopferbereitschaft fanatisierter Muslime missbraucht? Wieso redet der Westen einen solchen Zivilisationskonflikt herbei, wo doch gerade erst die USA aus ihrem weltweiten Anti-Drogenprogramm den Taleban-Terror an der eigenen - vor allem weiblichen - Bevölkerung in Afghanistan mit 43 Millionen US$ unterstützt haben, damit dort kein Opium mehr angebaut wird. Ist es etwa eine 'zivile' Geste, Genozide zu finanzieren? (Siehe hierzu: DrugSense -englisch-. Schließlich noch ein Wort zum kleinlichen Streit um die Schreibweise seines Namens: Osama, Usama, Ibn, Bin, bin, Laden, Ladin, Ladan,.. usw. Ich zitiere hier dankbar eine mail von Dr. Golzio an mich: "Bin oder Ibn ist ein Streit um Kaisers Bart, da im Arabischen wie in allen semitischen Sprachen die Vokale nur eine untergeordnete Rolle spielen (manchmal werden sie durch Vokalzeichen dargestellt, häufiger aber nicht). Es ist also austauschbar und offensichtlich nennt sich Usama "Bin", wenngleich im Hocharabischen "Ibn" die Standardform ist, d. h. wenn er in den Supplementbänden der Encyclopaedia of Islam (erscheint seit 1951 in Leiden, ist gegenwärtig beim Buchstaben "W") einen Eintrag erhalten sollte, werden diese ihn wohl unter "Ibn Ladin" lemmatasieren. Vom Widerstandskämpfer zum TerroristenZurück in der Heimat Saudi-ArabienNachdem sich die UdSSR im Februar 1989
nach hohen Verlusten, ohne einen Sieg errungen zu haben, aus dem seit
Ende 1979
okkupierten Afghanistan zurück gezogen hatte, organisierte Osama
bin Laden seine sechs oder sieben dort und im Nordwesten Pakistans stehenden
Widerstandsgruppen dergestalt um, dass die bei den Mujahidin in der Gesamtheit
als 'Al-Qa´edah' bekannten Lager und Stützpunkte mit verbesserter
Kommunikationsstruktur auch auf sich selbst gestützt ohne ihn funktionsfähig
bleiben konnten - eine bereits 1988
in Angriff genommene und jetzt Ende 1989
wohl abgeschlossene Aufgabe. Während des 10jährigen Widerstandes
war er ja regelmäßig, wenn auch nur für kurze Zeit, in
seine Heimat Saudi-Arabien zurück gekehrt gewesen, allerdings wohl
so gut wie stets 'verdeckt'. Diesmal, Ende 1989
, reiste er in seine Heimat auf ganz normalem Wege zurück. Bei seiner
Ankunft wird ihm als Erstes von den Behörden Saudi-Arabiens die Wieder-Ausreise
verweigert und wohl auch der Reisepass entzogen - ihm, der doch der Sache
des 'Jihad' so trefflich gedient hatte. Was war geschehen?
Er, Osama, der Sohn eines zwar mächtigen aber
immerhin 'zugereisten' Familien-Clans, hatte erheblich mit dazu beigetragen,
eine der beiden Supermächte jener Zeit in die Knie zu zwingen. So etwas
erweckt Misstrauen und Verdacht in einem Staat, der auf 'Ausgleich' zwischen
den beiden Weltmächten bedacht und in gewissem Grade vom Wohlwollen
wenigstens einer von beiden abhängig ist. Dass mit Letzterem die USA
und ihre Verbündeten gemeint sind, passte bestimmt nicht in die mittlerweile
stark anti-imperialistisch geprägte Gesinnung eines Osama bin Laden,
der inzwischen 10 Jahre seines Lebens als aktiver Widerstandskämpfer
verbracht hatte. Genausowenig passte Osama in das Weltbild des saudi-arabischen
Polizeistaates jener Zeit.
Osama bin Ladens Familie stammte aus dem Südjemen, der spätestens
seit 1970 als 'Volksrepublik'
kommunistisch regiert und von der UdSSR 'künstlich beatmet' wurde.
Osama, der gerade 'den Feind' an der einen Front in Afghanistan 'nach
Hause' gekämpft hatte, war vermutlich seit längerer Zeit an
der Fortsetzung resp. Ausweitung des Widerstandes gegen die Sowjets im
Jemen interessiert. Dies konnte nicht im Sinne der Saudis sein, welche
die seit 1982 laufenden
Verhandlungen über die Wiedervereinigung beider Teile des Jemen -
natürlich unter Federführung des saudi-nahen aber kleineren
'Nord'-, eigentlich 'West'-Jemen - zu einem bevorstehenden Ende bringen
wollten (am 22.5.1990 wurde
dieser Schritt vollzogen).
Osama bin Laden fiel in seiner Heimat Saudi-Arabien nach seiner Rückkehr
im Spätjahr 1989 dadurch
auf, dass er in öffentlichen Vorlesungen, Reden, Interwiews vor einer
bevorstehenden Invasion des von Saddam Hussein diktatorisch geführten
Irak gegen das -wie Saudi-Arabien- pro-westliche Kuwait warnte. Saudi-Arabien
unterhielt zu jener Zeit beste Beziehungen zum Irak, der ja spätestens
seit Beginn der palästinensischen 'Intifada' gegen Israel am 9.12.1988 zur anti-israelischen
Front arabischer Staaten gehörte, auch wenn es da heftige Kriege
zwischen Irak und Iran um die Vorherrschaft am Persischen Golf gegeben
haben mag, was man in der arabischen Welt als bilateralen Konflikt erachtet
hatte.
Osama bin Laden, der vermutlich die Reaktion seines Heimatlandes nicht
geahnt hatte, unterwirft sich in der Folgezeit trotz oder gerade wegen
des Reiseverbots den Auflagen der Saudis, 'sich bedeckt' zu halten. Er
verbrachte darüber hinaus Ende 1989 viel Zeit
damit, das saudische Königshaus vor der bevorstehenden Invasion Kuwaits
durch den Irak zu warnen - Wochen, bevor genau dies dann auch geschah.
Und dann kamen die USA und mischten sich zusammen mit einer stattlichen
Zahl westlich orientierter Mitstreiter in einen -nicht nur aus der Sicht
Osama bin Ladens- inner-arabischen Konflikt in einer Weise ein, welche
allein deshalb als die arabische Würde verletzend engesehen werden
musste, weil plötzlich bewaffnete 'Ungläubige' ihre Ausgangsstellungen
und Militär-Camps in unmittelbarer Nähe der allerheiligsten
Stätten des Islam, Mekka und Medina, erichtet hatten und nicht daran
dachten, diese nach vorläufiger Bereinigung des irakisch-kuwaitischen
Konfliktes zu verlassen...
Vom Widerstandskämpfer zum TerroristenGolfkrieg und Flucht aus der HeimatAls Osama bin Laden nach seiner Rückkehr in seine Heimat Saudi-Arabien, vermutlich im Herbst 1989, trotz Einschränkungen seiner persönlichen Freiheiten und Freizügigkeiten die saudische Öffentlichkeit und das von König Fahd (Fahad) geführte saudische Königshaus unermüdlich vor einer bevor stehenden Invasion des Iraks in das kleine aber ölreiche Kuwait warnte, tat er sich selbst damit keinen persönlichen Dienst: er geriet mehr und mehr in das Visier der vom saudischen Innenminister Prinz Nayef geleiteten saudischen Sicherheitsbehörden. Man bekundete dem zwar geldmächtigen, aber immerhin 'zugereisten' bin Laden lediglich, dass man sich um die Angelegenheit kümmern wolle. Am 2.8.1990 geschieht dann das, was Osama bin Laden seit Monaten warnend gepredigt hat: Die Invasion Kuwaits durch den Irak. Ein islamisches Land überfällt das andere, Bruderstaaten im Glauben, nicht allerdings im Weltgetriebe. Die Antwort des pro-amerikanischen Königshauses an den misstrauisch beäugten siebten Sohn eines 'Zugereisten' war hinhaltend. Die Weichen waren anders gestellt. Die jetzt folgende Entwicklung hatte entscheidenden Einfluss auf bin Laden, sie stellte den Beginn seiner offenen Feindschaft gegen die USA dar. Am 17.1.1991 intervenierten dann 31 'west-alliierte' Staaten unter Duldung (nicht im Auftrag) der UNO und unter militärischer Führung der USA im als '2.Golf-Krieg' bekannten Konflikt unter Missachtung aller Würde islamisch geprägter Staaten: Man verlegte eines der wichtigsten Zentren des Angriffs auf den Irak nach Saudi-Arabien, der traditionell mit Schutzpflicht behafteten Heimat der beiden heiligsten Stätten des Islam, Mekka und Medina. Plötzlich standen 'Ungläubige' - die nicht selten durch große
Worte, um nicht zu sagen: 'Großmäuligkeit' auffielen - samt
ihrer weiblichen Mitglieder oder gar Gefolgschaften dicht beim seit Jahrhunderten
bitter verteidigten allerhöchsten Heiligtum ALLER Muslims. Es ist
bezeichnend für die 'Sensibilität' der US-Strategen, diesem
Umstand bis heute offensichtlich wenig Beachtung geschenkt zu haben: Die
Verletzung der Würde der Beteiligten. Für den Durchschnitts-Muslim ist allein die Nachbarschaft ihres Allerheiligsten mit 'Ungläubigen' ein undenkbarer Affront, für puristisch denkende Muslims ein Schlag ins Gesicht, für radikale Islamisten eine Kriegserklärung ohne Erklärung des Krieges. Es waren seitens des Westens große Worte gegen die Person Hassam Husseins gefallen - seiner selbst ist man allerdings bis heute nicht habhaft geworden, weil man 'die Region nicht destabilisieren wollte' (die damalige US-Administration Bush sr. hatte dies zu verantworten; Bush jr. mag heute aktuell den Wunsch haben, die Versäumnisse des Vaters nachzubessern - auch wenn es mit dem aktuellen Geschehen möglicher Weise wenig zu tun haben könnte). In den Augen eines gegen die andere Weltmacht der damaligen Zeit - die UdSSR - bereits erfolgreichen bin Laden, und aus islamischer Sicht insgesamt hatten sich die USA alleine damit als 'Feiglinge' entlarvt, dass sie einen übernommenen Auftrag nicht zu Ende gebracht hatten. Die USA hatten sich damit ihrer eigenen Würde selber beraubt gehabt. Wen sollte es fortan hindern, einen würdelosen Feind, der sich zurück zieht, bevor er den selbst behaupteten Auftrag erfüllt hat, an jedweder Front mit jedwedem Mittel - auch einem 'würdelosen' oder unadäquaten - anzugreifen? Der 'Feind' USA hatte sich als 'leicht angreifbar' erwiesen, gerade ebenso wie später beim überhasteten Rückzug aus Somalia. Die Flanken zu entblößen, ist auch des Löwen Tod. Der 'Löwe' USA hatte seine Flanke gezeigt... Ob Osama bin Laden zu diesem Zeitpunkt bereits radikal-islamistisch dachte, mag dahin gestellt sein - ein Durchschnitts-Muslim war er jedenfalls schon vorher nicht gewesen. Allein seine multi-kulturelle Erziehung steht dagegen. Und die 10 Jahre Kampf gegen die UdSSR an der Seite und als Teil der aus allen Ländern der Welt herbei geströmten Mujahidin hatten aus diesem Mann sicherlich keinen Menschen gemacht gehabt, der nach einem 'Schlag auf die linke Wange auch noch die rechte hin hält'. Nach den UdSSR infiltrierten - zumindest aus seiner Sicht - jetzt die USA die in seinen unzähligen 'Fatwah's' zu schützende und stets zitierte islamische Welt. Wer an dieser Stelle unterstellt, Osama bin Laden sei bereits zu diesem Zeitpunkt 'Terrorist' gewesen, erliegt der Wortwahl westlich geprägter Gepflogenheiten: Ein Widerstandskämpfer ist ein Terrorist, der für die Sache des 'Westens' ist - und eben auch umgekehrt. Also ist ein Terrorist ein Widerstandskämpfer, der gegen den Westen ist. So einfach scheint das zu sein. Osama bin Laden hatte bereits früher mehrfach die Korrumpierbarkeit
des saudischen Königshauses (zugunsten des Westens, insbesondere
US-amerikanischen Geldes; zu Lasten der Sache des Islam, insbesondere
Alkohol- und Drogenmissbrauchs und Prostitution) angeprangert gehabt.
Die aktuelle Entwicklung schien ihm Recht zu geben. Er selbst geriet dabei
zunehmend ins Abseits. Er änderte seine Strategie: statt weiter Petitionen
ans Königshaus zu richten, verlegte er sich auf Agitationen in islamisch-religiösen
Kreisen und Islamschulen, was ihn nur noch schärfer ins Visir des
saudischen Polizeiapparats brachte. Bis heute stehen wesentliche Truppenkontingente der USA und Großbritanniens in Saudi-Arabien, nach wie vor OHNE offiziellen Auftrag der UNO, welche zum Teil trotz der überzeugenden Leistung des seit 1996 amtierenden Ghanesen Kofi Annams allein deshalb wenig handlungsfähig ist, weil insbesondere die USA seit Jahren ihre Beiträge zur Finanzierung der UNO, 'United Nations Organization', schuldig bleiben und derzeit mit über 1,5 Milliarden US$ als größter Schuldner für die weltweit wohl einzig anerkannte Vermittlerorganisation in Krisenfällen dastehen. Statt die Friedensmissionen der UNO zu fördern, wurden unmittelbar nach dem 11.9.2001 satte 40 Mrd. US$ für wohl überwiegend militärische Operationen bereit gestellt. Lesen Sie nach einem Überblick zum Weltgeschehen 'um den 2.Golfkrieg herum' weiter, wie man aus einem Widerstandskämpfer einen Terroristen macht, wenn dieser nicht 'spurt'... Im Blickpunkt: Chronik 1988-1992Weltgeschichtliche Ereignisse um den Zweiten Golfkrieg herumEs erscheint uns notwendig, an dieser entscheidenden Stelle der Osama bin Laden Biografie ein Wenig inne zu halten, um die weltgeschichtlichen Ereignisse dieser bedeutenden Zeitspanne der jüngsten Geschichte in einem kurzen chronologischen Abriss zu beleuchten, wobei der Kern des Geschehens in den Jahren 1989 und 1990 zu finden ist. Machen Sie sich selbst ein 'Bild von der weltgeschichtlichen Lage'...
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